Die Umlage U1

Umlage U1

Die Umlage U1 – wichtig für Unternehmen

Sie haben ein Unter­neh­men gegrün­det und beschäf­ti­gen nicht mehr als 30 Arbeit­neh­mer? Dann neh­men Sie nach § 1 Abs. 1 Auf­wen­dungs­aus­gleich­ge­setz (AAG) am Umla­ge­ver­fah­ren U1 teil. Zumin­dest dann, wenn Sie kein öffent­li­cher Arbeit­ge­ber, eine Dienst­stel­le oder Ein­rich­tung einer mili­tä­ri­scher Ein­rich­tung, Haus­ge­wer­be­trei­ben­der und Heim­ar­bei­ter oder ein Spit­zen­ver­band der frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge sind.

Wofür die Umlage U1 gut ist

Men­schen sind nur Men­schen und kei­ne Maschi­nen. Des­we­gen kann es immer zum Krank­heits­fall kom­men – sei es nun, dass sich Ihr Mit­ar­bei­ter erkäl­tet oder einen Arbeits­un­fall hat. Sobald eine Arbeits­kraft weg­fällt, greift die Umla­ge U1, wel­che als Umla­ge­ver­si­che­rung zu ver­ste­hen und im Gesetz ver­an­kert ist. Die Kran­ken­kas­sen erstat­ten Ihnen in einem sol­chen Fall einen Teil Ihrer Auf­wen­dun­gen, wenn es sich um eine Fort­zah­lung des Ent­gel­des han­delt. Es gibt auch noch die U2, die aller­dings für die Mut­ter­schaft vor­ge­se­hen ist und im vol­len Maße erstat­tet wird. Wäh­rend die U1 nur unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen ver­pflich­tend ist, gibt es bei der U2 kei­ne Wahl.

Wann besteht die Umlagepflicht?

Wenn Ihr Unter­neh­men das gan­ze Vor­jahr bestand und in min­des­tens acht Kalen­der­mo­na­ten nicht weni­ger als 31 Arbeit­neh­mer ange­stellt waren. Hier­bei gel­ten aller­dings bestimm­te Berech­nun­gen: Arbeits­kräf­te, die bis zu 10 Stun­den in der Woche für Sie arbei­ten, wer­den als eine vier­tel Kraft gezählt. Bis zu 20-Stun­den-Mit­ar­bei­ter gel­ten als eine hal­be, wäh­rend bis zu 30 Stun­den eine drei­vier­tel Arbeits­kraft aus­ma­chen. Ab 30 Stun­den gilt Ihr Mit­ar­bei­ter als eine Voll­zeit-Kraft. Alle die­se wer­den addiert.

Nicht dazu zäh­len:

  • Aus­zu­bil­den­de
  • Prak­ti­kan­ten
  • Schwer­be­hin­der­te
  • Wehr- und Zivil­dienst­leis­ten­de
  • Arbeit­neh­mer in Alters­teil­zeit wäh­rend der Frei­stel­lungs­pha­se
  • Vor­ru­he­stands­geld­emp­fän­ger
  • Arbeit­neh­mer in Eltern­zeit
  • Heim­ar­bei­ter
  • Haus­ge­wer­be­trei­ben­de
  • Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge in der Land­wirt­schaft
  • Per­so­nen im frei­wil­li­gen sozia­len oder öko­lo­gi­schen Jahr

Auch gilt die Umla­ge­pflicht für die Betrie­be, die inner­halb des Jah­res eröff­net haben und seit dem in den meis­ten Mona­ten nach Eröff­nung weni­ger als 31 Mit­ar­bei­ter hat­ten. Pla­nen Sie, Ihren Betrieb zu Anfang des Jah­res zu eröff­nen, so neh­men Sie auch dann an der Umla­ge­pflicht teil, wenn ange­nom­men wer­den kann, dass Sie in den meis­ten Mona­ten weni­ger als 31 Mit­ar­bei­ter beschäf­ti­gen wer­den.

Welche Vorteile haben Sie dadurch?

Wenn Ihr Arbeit­neh­mer krank wird, ist das im ers­ten Moment kei­ne gute Nach­richt. Gera­de Betrie­be, die kurz davor sind, Pro­jek­te zum Abschluss zu brin­gen, oder Ihr Ange­bot aus­bau­en möch­ten, sind auf jeden im Team ange­wie­sen. Zumal das Gehalt auch wei­ter gezahlt wer­den muss, aber die Arbeits­leis­tung in der Krank­heits­pha­se geschwächt ist.

Für bei­de Par­tei­en, sowohl Sie als Arbeit­ge­ber als auch der Arbeit­neh­mer sind somit abge­si­chert, dass alles so weit sei­nen gewohn­ten Gang geht.

Die soge­nann­te Ent­gelt­fort­zah­lung bei Krank­heit fin­det also gewis­ser­ma­ßen durch die Kran­ken­kas­sen statt, zumin­dest zu einem Groß­teil. Dadurch sol­len Sie als Arbeit­ge­ber weni­ger Belas­tung aus­ge­setzt wer­den. Gera­de, wenn Sie einen Arbeit­neh­mer erwischt haben, der ein gesund­heit­li­ches Pro­blem hat, aber ansons­ten gute Arbeit ver­rich­tet, ist die­se Umla­ge­ver­si­che­rung eine wirk­lich gute Sache. Unbü­ro­kra­tisch ist sie noch dazu, denn eine förm­li­che Fest­stel­lung durch die Kran­ken­kas­se ist nicht nötig, eben­so wenig wie eine sofor­ti­ge Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung, die aber bes­ser schon ab dem ers­ten Tag ver­langt wer­den soll­te, denn dann sind alle Betei­lig­ten auf der siche­ren Sei­te.

Umlage- und Erstattungssätze seit dem 1. Juni 2014

Seit dem 1. Juni 2014 gel­ten fol­gen­de Sät­ze bei der Umla­ge U1. Der Umla­ge­satz liegt bei 2,4 Pro­zent, der Erstat­tungs­satz bei 70 Pro­zent. Die­ser kann aller­dings von Kran­ken­kas­se zu Kran­ken­kas­se ein wenig vari­ie­ren, was von Ihnen auf jeden Fall zu berück­sich­ti­gen ist. Wel­che Gel­der flie­ßen müs­sen, wird aus dem lau­fen­den Arbeits­ent­gelt errech­net. Der Höchst­satz liegt bei der Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung. Außen vor blei­ben Ein­mal­zah­lun­gen. Die Anträ­ge hier­für wer­den seit dem Janu­ar 2011 nur noch auf dem elek­tro­ni­schen Weg über­mit­telt. Vie­le Kran­ken­kas­sen stel­len hier­für ein Pro­gramm auf Ihren Sei­ten zur Ver­fü­gung.

Erstattungssätze erhöhen oder Aufwendungen senken?

War­um nicht Bei­des? Sie füh­ren ein Unter­neh­men und beschäf­ti­gen nicht mehr als 30 Mit­ar­bei­ter in Voll­zeit? Dann soll­ten Sie unser Video nicht ver­pas­sen. Haben Sie zwei Minu­ten Zeit? Hier kli­cken und anse­hen.